Fast alles, was wir fliegen, spielt sich im Luftraum E ab. Er ist kontrollierter Luftraum – und trotzdem darf VFR ohne Freigabe, ohne Funk und in weiten Teilen ohne Transponder hinein. Das klingt entspannter, als es ist: In derselben Schicht sinkt IFR-Verkehr im Anflug durch, und der sieht dich nicht zwangsläufig.
Wo E anfängt und aufhört

- Untergrenze – im Regelfall 2 500 ft über Grund. In der Nähe von Flugplätzen mit IFR-Verkehr sinkt sie auf 1 700 oder 1 000 ft ab. Welcher Wert gilt, steht auf der ICAO-Karte, nicht im Kopf.
- Obergrenze – FL 100, über den Alpen FL 130. Darüber beginnt Luftraum C, und dort geht ohne Freigabe nichts mehr.
- Darunter liegt Luftraum G. Der Übergang ist keine Formalie: Mit ihm ändern sich die Sichtflugbedingungen.
Wer dir dort begegnet
Luftraum E ist der einzige kontrollierte Luftraum, in dem IFR und VFR nebeneinander fliegen, ohne dass jemand sie gegeneinander staffelt. Die DFS stellt ausdrücklich klar, dass IFR-Flüge dort kein generelles Vorflugrecht haben. Ausweichen musst du trotzdem: gegenüber Luftfahrzeugen im Endteil des Landeanflugs und gegenüber landenden Luftfahrzeugen.
Praktisch heißt das: Der Verkehr, der dir dort begegnet, ist schnell, hat oft keine Sicht nach draußen und rechnet nicht mit dir. Die DFS empfiehlt VFR-Piloten deshalb, den Luftraum E höchstens bis FL 95 zu nutzen – dann bleibt eine Schicht Luft zwischen dir und den IFR-Flügen, die auf FL 100 unterwegs sind.
Was du mitführen musst
- Transponder oberhalb von 5 000 ft MSL oder 3 500 ft über Grund, je nachdem was höher liegt; nachts immer. VFR-Code ist 7000.
- Funk ist am Tag keine Pflicht. Nachts ist er außerhalb des Flugplatzbereichs erforderlich.
- Sicht und Wolkenabstand unterhalb FL 100: 5 km Flugsicht, 1,5 km horizontal und 1 000 ft vertikal frei von Wolken. Das ist deutlich mehr, als Luftraum G verlangt – und es ist der Grund, warum man an dunstigen Tagen unversehens illegal wird, ohne die Höhe geändert zu haben.
Was das für einen Flugtag bedeutet
- Transponder an, Code 7000, auch unterhalb der Pflichtgrenze. Er kostet nichts und macht dich für den Verkehr sichtbar, der dich sonst nicht findet.
- FL 95 als selbstgesetzten Deckel behandeln. Für ein UL ist das ohnehin selten eine Einschränkung.
- Rund um IFR-Plätze großräumig ausweichen, statt die Untergrenze auszureizen. Ein Anflug ist auf zehn Meilen berechenbar – wenn man ihn erwartet.
- FIS rufen, obwohl du nicht musst. Verkehrsinformation im Luftraum E ist genau das, was dort fehlt.
- Bei nachlassender Sicht rechtzeitig tiefer. Unter der E-Untergrenze gelten geringere Mindestbedingungen – aber das ist eine Entscheidung, keine Rettung: Tiefer heißt näher am Boden und an den Hindernissen.
Stand: September 2026. Luftraumgrenzen ändern sich regelmäßig, zuletzt zum 19. März 2026. Verbindlich sind die aktuelle ICAO-Karte und das AIP VFR – nicht diese Seite.
Zum Merken
Im Luftraum E staffelt dich niemand. Wer dort ohne Transponder und ohne Funk fliegt, verlässt sich allein auf die eigenen Augen – gegen Verkehr, der doppelt so schnell ist.