Segelfluggelände Geitau (LSC Schliersee) im Leitzachtal bei Bayrischzell. Täglich neu aus frei verfügbaren Modelldaten: ob Platzrunden möglich sind, wie die Thermik wird, welcher Hang trägt, wie der Tag für Strecken aussieht und ob Föhn droht. Die Seite holt die Daten beim Öffnen und danach alle 30 Minuten neu; der Wetterdienst rechnet das Modell alle drei Stunden.
So sieht die Platzrunde aus
Eigene Skizze nach der Beschreibung des LSC Schliersee, nicht maßstäblich.
In Geitau wird immer an der Winde nach Norden gestartet und immer nach Süden gelandet, weil das Gelände nach Norden ansteigt. Gelandet wird aus einer Linksplatzrunde, weil im Westen die Berge stehen.
Der typische Talwind kommt aus Nord. Für den Windenstart ist das gut, bei der Landung auf der kurzen Fläche bedeutet er aber Rückenwind. Südwind dreht das um: Die Landung geht dann gegen den Wind, der Windenstart aber hätte Rückenwind. Deshalb prüft die Ampel Start und Landung getrennt.
Angaben nach Platzrunde und Flugplatz auf lsc-schliersee.de. Das Gelände ist nur für Segelflug zugelassen.
Wie kommt die Einschätzung zustande?
Platzrunde: Für jede Stunde zwischen Sonnenauf- und -untergang wird geprüft. Die Stunde bekommt die schlechteste Farbe aller Prüfungen. Grenzen (vorläufig, Stand 29.10.2026):
- Rückenwind bei der Landung nach Süden: gelb ab 4 kt, rot ab 8 kt
- Rückenwind beim Windenstart nach Norden: rot ab 3 kt
- Seitenwind: gelb ab 8 kt, rot ab 12 kt
- Böen: gelb ab 18 kt, rot ab 25 kt
- Wolkenuntergrenze über dem Platz: gelb unter 700 m, rot unter 450 m (Ausklinkhöhe rund 300 m plus Platzrunde)
- Sicht: gelb unter 5 km, rot unter 1,5 km
- Niederschlag: gelb ab 0,2 mm/h, rot ab 1,5 mm/h; Gewitter im Modell rot, hohes Gewitterrisiko gelb
- Föhn (Luftdruck Bozen − Innsbruck): gelb ab 4 hPa, rot ab 8 hPa
Wolkenuntergrenze: Bei mindestens 50 % tiefer Bewölkung die unterste Druckfläche über dem Platz, in der Temperatur und Taupunkt höchstens 2 °C auseinanderliegen; gibt es keine, dann Spread am Boden × 125 m.
Thermik: Aus Temperatur und Höhe der Druckflächen 900 bis 500 hPa entsteht ein Temperaturprofil über Geitau. Die vorhergesagte Bodentemperatur wird trockenadiabatisch (1 °C je 100 m) hochgerechnet. Wo das Luftpaket kälter wird als seine Umgebung, endet die Thermik. Die Cumulusbasis kommt aus Spread × 125 m. Liegt sie unter der Thermikobergrenze, gibt es Cumulus und die Basis ist die Arbeitshöhe, sonst steht „Blauthermik“. Nutzbar heißt: mindestens 600 m Arbeitshöhe über dem Platz, genug Sonne (Einstrahlung ab 250 W/m²) und kein Regen. Das Steigen ist eine grobe Schätzung aus Arbeitshöhe und Einstrahlung.
Tagesurteil 0–5: zählt die nutzbaren Thermikstunden (ab 3 Stunden 2 Punkte, ab 6 Stunden 3), gibt je einen Punkt für mehr als 1.400 m Arbeitshöhe und für mehr als 2 m/s und zieht je einen Punkt für Gewitter und Föhn ab.
Streckenflug: Dieselbe Thermikrechnung läuft zusätzlich für sechs Gebiete im Umkreis: Alpenrand West, Mangfallgebirge, Chiemgauer Alpen, Kitzbüheler Alpen, Zillertal mit Tuxer Alpen und Pinzgau. Jedes Gebiet bekommt eine Wertung von 0 bis 5 wie das Tagesurteil. Abgezogen wird bei kräftigem Wind in 3.000 m (ab 25 kt ein Punkt, ab 35 kt zwei), bei Gewitter und bei Föhn. „Guter Streckenflugtag“ heißt: mindestens drei Gebiete brauchbar, eines gut oder sehr gut. Das Fenster reicht vom frühesten Beginn bis zum spätesten Ende der Gebiete mit mindestens mäßiger Thermik. Die Gebietspunkte liegen im 2-km-Raster des Modells; Gipfel und Täler können deutlich anders sein.
Hangflug: Wind in 850 hPa (rund 1.500 m) und Bodenwind, gemittelt über 11 bis 17 Uhr, nach der Hangflug-Beschreibung des LSC.
Alles sind Faustwerte aus einem Wettermodell mit 2 km Maschenweite. Im Leitzachtal können Talwind, Nebel und Thermik deutlich anders sein.
Selbst nachsehen
Eigene Auswertung frei verfügbarer Modelldaten, keine amtliche Segelflugwettervorhersage. Am Flugtag zählen der Segelflugwetterbericht des DWD, die Einweisung am Platz und der Blick in den Himmel. Daten: Open-Meteo (CC BY 4.0) mit dem DWD-Modell ICON (ICON-D2, danach ICON-EU), METAR von aviationweather.gov. Platzangaben nach lsc-schliersee.de.